Excite

Barfuss auf die Bühne: De Bläck Fööss

Wer den Namen Bläck Fööss hört oder liest, muss eigentlich sofort an den Kölner Karneval denken und kommt in Versuchung, spontan die rote Clownsnase aufzusetzen: "Drink doch eine met (Trink doch einen mit)" und "In unserem Veedel (In unserem Viertel)" waren schon in den 70er Jahren die ersten richtigen Karnevalsknaller der siebenköpfigen Band. Jedes Jahr muss sie seitdem von einer Karnevalssitzung zur Nächsten eilen, um die närrische Welt mit ihren lustigen kölscher Karnevalsliedern zu beglücken.

Der Name "Bläck Fööss" ist im Gründungsjahr 1970 entstanden und geht darauf zurück, dass die Herren traditionell ohne Schuhe und mit nackten - nicht mit schwarzen! - Füßen auftraten, denn "bläck" heißt auf kölsch "nackt". Die Gruppe entschloss sich zu diesem ausgefallenen Zweitnamen, als sie Anfang der 70er darauf angesprochen wurde, doch auch Karnevalslieder zum Besten zu geben. Denn unter dem damaligen Namen Stowaways spielte sie bis dato nur Coversongs der Beatles, Kinks und der Hollies nach.

Seitdem haben sich bis heute Karnevalsschlager wie "Mer losse d'r Dom in Kölle" aus dem Jahr 1978 in den Köpfen der Karnevalsjecken als Ohrwurm festgesetzt. Den Karneval in Köln kann man sich ohne die Bläck Fööss gar nicht mehr vorstellen. Ihre kölscher Dialektsongs werden in der fünften Jahreszeit immer wieder zum Schunkeln und ausgelassenen Feiern aufgelegt und sind nicht mehr wegzudenken aus dem Musikrepertoire im Kölner Karneval. Darum war der Schock auch besonders groß, als sich Frontmann Tommy Engel 1994 von der Band trennte. Jedoch wurde Kafi Biermann schnell als Ersatz für den bisherigen Sänger gefunden.

Als Karriere-Highlight der "barfüßigen" Truppe ist wohl der Auftritt an Silvester 2000 vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Kölnarena zu nennen: Bei diesem Konzert wurde nicht nur der Jahrtausendwechsel gefeiert sondern auch gleichzeitig das 30-jährige Bestehen der Kölner Mundartband, und sie nahmen zu diesem Anlass den Longplayer "30 Jahre Bläck Fööss" auf.

Ob in der Kölner Philharmonie, auf Straßenfesten, in Schulen, bei Bürgerinitiativen oder im Bierzelt: Kafi Biermann, Ralph Gusovius, "Bömmel" Lückerath, Hartmut Priess, Erry Stoklosa, Peter Schütten und Andreas Wegener beeindrucken mit der gekonnten Stilvielfalt ihrer Musik, die Anleihen bei Folk, Jazz, Gospel, Funk und Rock macht. Auch die lustigen, ironischen oder nachdenklichen Geschichten und Figuren ihrer Lieder bleiben den Zuhörern noch lange im Gedächtnis. Bleibt zu hoffen, dass sie noch viele Jahre weiter barfuss durch die Stadt am Rhein ziehen und ihre Lieder zum Besten geben. Alaaf!

Quelle: rp-online.de, blaeckfoeoess.de
Bild: travelawyer (Flickr)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017