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Büttenredner: Sprachrohr der Karnevalisten

Scharfe Sprüche und ein loses Mundwerk, dies sind Dinge, die einen guten Büttenredner ausmachen. Immer dann, wenn die fünfte Jahreszeit ausbricht, kommen von Mainz bis Köln, von Bonn bis Stuttgart, die närrischen Redner aus der Versenkung und erfreuen die Karnevalsgemeinden auf den berühmten Sitzungen mit ihren Sprüchen und Witzen. Hinter dem lustigen Witzefeuerwerk steckt jedoch eine uralte Tradition.

Vor Jahrhunderten war es alleine dem Büttenredner gestattet, der Obrigkeit die Meinung zu sagen – und das auch nur zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt im Jahr, zur Fastnacht! Der Büttenredner war also mehr als ein lustiger Alleinunterhalter, sondern vielmehr das kritische Sprachrohr der Bevölkerung. Es ist bis heute Tradition, dass der Büttenredner– meist im typischen Dialekt der Region – die Politiker auf die Schippe nimmt.

Die Büttenrede ist der Höhepunkt einer jeden Karnevalssitzung und besonders in Köln und Mainz werden diese live im Fernsehen übertragen, so dass die Büttenredner quasi zu lokalen Showgrößen avancieren. Das bekannteste Spektakel dieser Sorte kommt jedoch aus Aachen, dort wird alljährlich der 'Orden wider den tierischen Ernst' verliehen. Das Besondere: Die Politiker sind meist selbst vor Ort. Sie müssen am Ende selber ran und ihr närrisches Talent auf der Bühne beweisen. Damit das Publikum klatscht, sollten hierbei ein paar entscheidende Regeln befolgt werden – zum Beispiel die, dass eine Büttenrede immer in Reimform vorgetragen werden und jede Strophe stets mit einem Kehrreim enden muss.

Quelle: paradisi.de
Bild: Kölner Haie (Flickr)

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