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Karnevalslieder: Das närrische Liedergut

Schon lange bevor zahlreiche Männer an Weiberfastnacht ihre Krawatte verlieren, hört man die ersten Karnevalslieder in den Gassen der Karnevalshochburg Köln. Für die Bewohner der Domstadt ist die fünfte Jahreszeit ohne die lustigen Gesänge nicht denkbar. Doch woher stammt diese musikalische Tradition eigentlich?

Die erste Überlieferung eines Karnevalsliedes stammt aus dem Jahre 1500 – von der Nonne Anna. Die massenhafte Produktion begann jedoch erst wesentlich später, im 19. Jahrhundert, als der Bürgerkarneval seinen Anfang fand. Seit jeher geht es in den lustigen Schunkelliedern hauptsächlich um die Geschichte und die Bürger der Stadt am Rhein. Besonders erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist Samuel Schier, der 1823 zur Inthronisierung des Helden ein Lied schrieb, das lange Zeit jede Karnevalssitzung eröffnete und als Beginn des ursprünglichen Karnevalslied gehandelt wird.

Eine über die Kölner Stadtgrenzen hinaus bekannte Ikone des närrischen Liedergutes ist der Sänger und überzeugte Karnevalist Willi Ostermann. Der hatte 1907 mit seinem Lied 'Däm Schmitz sing Frau es durchjebrannt' seinen großen Durchbruch und verstand es stets, eine geschickte Mischung aus Karnevals- und Volkslied zu schaffen, die es dem ersteren ermöglichte, zahlreiche Reformen und Umbrüche in der Karnevalskultur zu überleben. Willi Ostermann verstand es, den Kölnern aus dem Herzen zu singen und verbreitete Frohsinn und Lebensfreude.

Heutztage gibt es weit mehr Texte als Melodien auf dem närrischen Musikmarkt, so dass es zu manchen Melodien verschiedene Texte gibt. All diese werden meist auf den Karnevalssitzungen präsentiert und den Jecken gelehrt. Doch auch die Plattenindustrie und Fernsehsendungen tragen zu der Verbreitung der Lieder bei – wichtig ist nur, dass spätestens am Aschermittwoch alle mitgrölen können!

Quelle: koelnerkarneval1.de
Bild: Horia Varlan (Flickr)

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