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Köln gegen Düsseldorf: Ein närrischer Erklärungsversuch

Düsseldorf und Köln: Die beiden Städte sind seit jeher als Rivalen bekannt. Besonders in der Karnevalszeit kocht dieser Kulturkampf wieder hoch: Das närrische Köln gegen das sich etwas bedeckt haltende Düsseldorf, die Kölner Altstadt gegen die Düsseldorfer Kö. Nun geht ein Buch dieser langen Feindschaft auf den Grund und konstatiert: Dieser Konkurrenzkampf in der Karnevalszeit bestand nicht immer!

Die beiden Historiker Dr. Michael Euler-Schmidt und sein Kollege Marcus Leifeld erzählen in dem Buch 'Köln Düsseldorf - Eine gepflegte rheinische Rivalität', dass zwar seit jeher in beiden Städten Fastnacht gefeiert wurde – doch aus ganz unterschiedlichen Beweggründen! War es in Köln mehr ein Fest der Honoratiorenschichten, der gehobenen Mittelschicht, die aufwendige Fastnachtsbankette veranstalteten, war es in Düsseldorf die höfische Gesellschaft, die feierte. Somit feierte man quasi nebeneinander her und mit ganz unterschiedlichen Festformen.

Erst im 19. und 20. Jahrhundert, als der närrische Bürgerkarneval entstand, weichten diese Unterschiede auf und die beiden Städte fingen an darum zu buhlen, wer den schönsten und größten Karnevalsumzug ausrichtete. Köln hatte mit dem bunten Treiben begonnen, viele Menschen in die Domstadt gelockt und somit auch viele Gelder in die Stadt geschwemmt. Düsseldorf wollte sich diesen wirtschaftlichen Faktor des Karnevals nicht entgehen lassen und organisierte ähnliche Umzüge.

Doch so groß die Konkurrenz auch zu sein scheint: Heutzutage pflegen die beiden Städte grundsätzlich ein freundschaftliches Verhältnis und Karnevalsvereine besuchen sich gegenseitig. Es scheint zum guten Karnevalston zu gehören, ein wenig über den rheinischen Nachbarn her zu ziehen, doch eigentlich genießt man den gemeinsamen Karnevalsruhm.

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