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Närrisches Treiben in Syrien

Wenn man an Syrien denkt, dann denkt man an arabische Lebensfreude, Shisha-Pfeifen und exotische Gewürze. Doch das kleine Land im Nahen Osten hat auch zur Karnevalszeit einiges zu bieten und reiht sich ein in das närrische Treiben auf der ganzen Welt. Rio de Janeiro und Köln kennt jeder, doch die wirklichen Jecken scheinen in dem kleinen syrischen 5000-Seelen Dorf Marmarita zu wohnen – dort fand die skurrile Karnevalstradition 1972 ihren Anfang.

Nicht die Monate Februar und März sind die närrische Zeit, sondern der August wird zur fünften Jahreszeit erkoren. Immer am Abend vor Maria Himmelfahrt zieht eine lustige Karnevalskaravane durch das Dörfchen – jedes Jahr wird diese größer und jedes Jahr kommen mehr Menschen. Die großen Nachrichtenagenturen der Region, CNN und Al Dschasira, haben bereits berichtet.

Vor nun gut 30 Jahren fing es mit einem kleinen Umzug an. Die Tradition entstand aus einer Alkohollaune heraus, denn damals waren einige Exil-Syrer im Heimaturlaub in Marmarita, die sonst in Brasilien lebten. Spät in der Nacht und nicht mehr ganz nüchtern kamen sie am Abend vor Maria Himmelfahrt auf die Idee, verkleidet und auf Eseln durch die Stadt zu reiten – dies war der erste Karnevalsumzug in Syrien!

Heutzutage ist natürlich alles etwas organisierter; es gibt aufwendig geschmückte Prunkwagen und die Menschen verkleiden sich als Elefanten und als Engel. Mit Federboas um den Hals tanzen sie durch die Straßen. Eines bleibt jedoch immer gleich bei diesem Umzug: Auf dem ersten Prunkwagen ist immer eine riesige Pfauenfigur mit langen Federn auf dem Kopf zu sehen.

Quelle: spiegel.de
Bild: Frank Kovalchek (Flickr)

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