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Karnevalistischer Spuk am Rhein: Der Geisterzug in Köln

Der Geisterzug hat sich mittlerweile als ein "Must" im Kölner Karneval-Programm etabliert - jedes Jahr machen nun am Karnevalssamstag Tausende von Karnevalsgespenstern die Straßen der Stadt am Rhein unsicher.

Der erste Geisterzug wurde im Jahre 1991 als Demonstrationszug gegen den Golfkrieg im Irak organisiert, auch, weil der Rosenmontagszug als Anti-Golfkriegsgeste in diesem Jahr ausfiel. Letztlich gingen Anti-Kriegsdemonstranten und Karnevalisten gemeinsam und solidarisch durch die Kölner Innenstadt.

Jedes Jahr steht der Geisterzug unter einem neuen Motto und nimmt eine andere Route durch unterschiedliche Stadtviertel in Köln. Hierbei wird der Zugweg so gewählt, dass er an den Orten vorbeiführt, die mit dem Thema irgendwie in Verbindung stehen. Jeder kann spontan - verkleidet als Geist oder einer anderen Mottofigur - am Zug teilnehmen und mitlaufen.

Das Motto 2009 ist "Dr volljöhrije Ähzebär, die Meddelschich un ander ärm Kirchemüs" - in Anlehnung an die "Volljährigkeit" des Karnevalevents und seiner Symbolfigur, dem Ähzebär. Das politisch übergreifende Motto beschäftigt sich mit der aktuellen Finanzkrise und ihren Folgen für die Bevölkerung. Das Stadtviertel Rodenkirchen wurde für dieses Motto als Zugziel deswegen ausgewählt, weil das Wort "Roden" von "Ruwen" abstammt, was "Trauern" bedeutet. Nichtsdestotrotz ist diese Karnevalsveranstaltung eine überaus heitere Angelegenheit, für die es sich allemal lohnt, sich Teufelhörnchen aufzusetzen und Geisterlaken überzuwerfen, um gemeinsam zu feiern und bis in die späten Stunden zu tanzen.

Traditionell gibt es beim Geisterzug keine Kamelle und Werbegeschenke, dafür aber jede Menge Karnevals-Geisterküsschen, die Bützje, von Vampiren, Schlangenfrauen und Geschöpfen aus der Unterwelt!

Quelle: geisterzug.de, koeln.de
Bild: peasap (Flickr)

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