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Karnevalsgags aus dem Waschzuber: Büttenreden

Büttenreden gehören zu Karnevalsveranstaltungen schon seit Narrengedenken dazu. Sie geben der jecken Runde einen abwechslungsreichen Beigeschmack und halten das närrische Volk bei Feierlaune. Aber was genau sind Büttenreden nun eigentlich?

Der Büttenredner ist ein verkleideter Karnevalsjeck, der von einer 'Bütte' aus - einem eimer- oder fassförmigen Stehpult - eine ironisch-bissige Rede hält, und sich oftmals über Politik, Land und Leute auslässt und sich über sie lustig macht. Das Wort 'Bütt' kommt vom rheinischen Wort Bütte, was soviel bedeutet wie Bottich oder Waschzuber.

Für die Wahl eines Fasses oder Waschbütt als Rednerpult gibt es mehrere Erklärungen: Vielleicht soll es einfach ein leeres Weinfass darstellen, welches das trinkende Narrenvolk leer ausgehen lässt und somit Anlass zum 'Beschweren' gibt. Vielleicht ist es aber auch der Spottbruder Diogenes, der in einer Tonne hauste und immerfort jammerte, dem das Rednerpult seine Form und den Namen zu verdanken hat.

Feststeht, dass die Büttenrede auf mittelalterliche Traditionen zurückgeht, in dessen Rahmen einfache Volksleute zur Karnevalszeit die Herrschenden der Stadt ungestraft kritisieren durften. Die Büttenredner gingen schließlich von Festsaal zu Festsaal und ließen für ein Entgelt ihre bissigen Reden und Witze auf das närrische Publikum los. Die meisten Büttenreden werden auch heute noch in Reimform und im lokalen Dialekt vorgetragen.

In jeder deutschen Karnevalshochburg wie Köln, Düsseldorf, Mainz und auch im Fränkischen gibt es stadtbekannte Büttenredner, die jeder einen anderen 'Büttentyp' verkörpern und jedes Jahr aufs Neue für die Karnevalsveranstaltungen eine Büttenrede vorbereiten und darbringen.

Quelle: koelner-karneval.info, rp-online.de
Bild: olli_steinmann (Flickr)

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