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Kölle Alaaf: Der brodelnde Kölner Karneval und seine närrischen Anhänger

Den Stichtag sehnen alle Karnevalsjecken schon ungeduldig herbei: Rote Clownsnasen, bunte Perücken und Konfetti stehen schon längst bereit, und warten auf ihren heißersehnten Einsatz. Am 11.November um genau 11 Uhr 11 geht der Karneval in "Kölle" los. Von diesem Zeitpunkt an überbrücken hartgesottene Karnevalfans durch hunderte von Karnevalssitzungen für Groß und Klein und Kostümbälle die Zeit bis hin zum Straßenkarneval im Februar.

In den Tagen der "fünften Jahreszeit" ist in Köln absolute Ausnahmesituation angesagt: Ahnungslose Besucher der Stadt am Rhein finden sich an den "tollen Tagen" vor verschlossenen Türen, Museen oder Geschäften wieder, oder geraten unverhofft unterwegs in Umzüge oder sonstige Festivitäten. Dem lustigen Treiben kann man sich dann nur anschließen und sich von der ausgelassenen Stimmung und den lauten "Kölle Alaaf!" (Es lebe Köln!) Rufen anstecken lassen.

Das karnevalistische Treiben findet seinen Ursprung schon zu Zeiten der alten Römer: Das Wort "Karneval" kommt von "carrus navalis" - ein Festwagen in Schiffsform. In Köln wird es traditionell am 11.11. am Heumarkt in der Kölner Altstadt eröffnet. Gefeiert wird dann in der gesamten Innenstadt.

Genau hier wird auch der Straßenkarneval am Altweiberdonnerstag im Februar mit einer Ansprache des Karnevalsprinzen eingeleitet. Ihm wird traditionell um 11 Uhr 11 für die Karnevalstage der Schlüssel der Stadt übergeben. Dann wird überall den ganzen Tag bis in die späte Nacht hinein auf den Straßen, in den Kneipen und in den Büros ausgelassen gefeiert. Aber Achtung Krawattenträger: Wer an diesem Tag eine Krawatte trägt, dem wird sie im Tausch für ein Bützche (Küsschen) abgeschnitten, in Erinnerung an die Waschfrauen im Jahre 1824, die sich durch diese Geste offiziell das erste Mal ihr Recht aufs Mitfeiern gegenüber den Männern erstritten.

"D'r Zoch kütt" (Der Zug kommt!): Kölns umfassendes Karnevalprogramm kann sich sehen lassen: Am Karnevalssamstag zieht neben vielen anderen kleineren Umzügen der sogenannte Geisterzug durch die Kölner Straßen. Er hat zumeist ein politisch inspiriertes Motto und die Teilnehmer verkleiden sich als Geister und Gespenster. Am Karnevalssonntag sieht man Schulen und ganze Viertel durch die Straßen ziehen. In einem Wettkampf um die närrischste Fuß- oder Wagengruppe wird um den Anspruch auf eine Teilnahme am Rosenmontagszug gekämpft.

Der Umzug am Rosenmontag ist natürlich dann der Höhepunkt des gesamten Kölner Karnevals. Unter jährlich wechselndem Motto werden auf den pompösen Festwagen und Fußgruppen Ereignisse aus dem vergangenen Jahr satirisch dargestellt und "Kamelle" (Süßigkeiten) verteilt. Veilchendienstag werden die sogenannten Nubbelverbrennungen durchgeführt. Der Nubbel ist eine Strohpuppe, die in oder über vielen Kneipen hängt und das ausgelassene, sündhafte Treiben während der Karnevalszeit beobachtet. Zu guter Letzt wird er dann in aller Öffentlichkeit und als Symbol der Buße für die Sünden des Karnevals verbrannt.

Danach wird sich noch ein letztes Kölsch genehmigt, bevor der ganze Spuk am Aschermittwoch dann vorbei ist! Aber: der nächste 11.11. kommt bestimmt. - in diesem Sinne: Kölle Alaaf!!

Quelle: Koeln de, koeln-reisefuehrer.com
Bild: Bumi (Flickr)

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