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Närrischer Sündenbock: Die Verbrennung des "Nubbels" im Kölner Karneval

Am Aschermittwoch ist auch in Köln der Karneval vorbei - doch vorher wird noch einmal richtig närrisch gefeiert und es wird in den letzten Stunden der fünften Jahreszeit einer alten Karnevalstradition nachgegangen: In den späten Abendstunden des Veilchendienstag findet die sogenannte Nubbelverbrennung statt.

Der "Nubbel" ist eine mannsgroße Strohpuppe, die nur mit einem alten Anzug bekleidet ist, und zu Beginn der Karnevalszeit über viele Kneipen und Karnevalslokalitäten gehängt wird. Er beobachtet von dort aus dann das ausgelassene, sündhafte Treiben während der Karnevalszeit.

Der Nubbel stellt eine Verkörperung des Sündenbocks im rheinischen und vor allem im Kölner Karneval dar, der für seine Sünden am Ende der Karnevalszeit büßen muss, indem er öffentlich und unter Wehklagen und Beschimpfungen der Menge verbrannt wird. Das Brauchtum der Nubbelverbrennung ist in weiten Teilen des Rheinlandes verbreitet. Der Name "Nubbel" ist wohl erdichtet und sein Ursprung ist nicht eindeutig festzulegen.

Die Verbrennung erfolgt immer im gleichen, traditionellen Ablauf: Zunächst wird - in Mundart und oft gereimt - eine Anklageschrift vorgetragen von einem Karnevalsnarr, der als Geistlicher verkleidet ist. Der Nubbel wird zunächst noch von der Menge verteidigt, bis sie sich am Ende von seiner Schuld überzeugen lässt und nach Rache schreit. Schließlich hat der Nubbel Schuld an allen begangenen Karnevalssünden! Die ausgelassene Menge feuert dann unter Ausrufen wie "Der Nubbel hat Schuld! Er soll brennen!" den Vortragenden an, bis er die Strohpuppe lichterloh verbrennen lässt. Der Volksglauben will es, dass mit dem Nubbel auch alle in der Karnevalszeit begangenen Sünden und kleinen Verfehlungen ausgemerzt sind - natürlich nur bis ins nächste Jahr...

So manchem Karnevalsjeck kommen bei der Vollziehung der Nubbelverbrennung sogar die Tränen, frei nach dem Kölner Motto: "Et jecke kölsche Völkche flennt, wenn Diensdachnaach d'r Nubbel brennt." ( "Das jecke, Kölner Volke flennt, wenn Dienstagnacht der Nubbel brennt.")

Nach der Nubbelverbrennung geht es wieder zurück in die Kneipe, es wird bis in die frühen Morgenstunden des Aschermittwochs weitergefeiert und sich noch ein allerletztes karnevalistisches Kölsch gegönnt... Bis zum nächsten 11.11.!

Quelle: yahoo.com, karneval.de
Bild: fxp (Flickr)

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