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Süßes Wurfmaterial zu Karneval: Kamelle

Wer sich in der fünften Jahreszeit in einer der rheinischen Karnevalshochburgen aufhält, der wird das närrische Volk bei den Straßenumzügen neben den Karnevalsschlachtrufen "Hellau" oder "Alaaf" ebenso lauthals "Kamelle" rufen hören. Was hat es mit dieser Tradition und dem Begriff wohl auf sich?

Wenn "d’r Zoch kütt" (der Zug kommt), stehen schon sämtliche Karnevalsjecken mit geöffneten,umgekehrten Regenschirmen und Tüten am Straßenrand parat und hoffen, dass ein gewaltiger Kamelleregen auf sie niederprasselt: Der Begriff "Kamelle" ist eine Modifikation von "Karamelle", karnevalistische Süßigkeiten, die bei den närrischen Straßenumzügen zuhauf in die Menge geworfen werden.

Dabei handelt es sich nicht mehr nur um karamellisierte Bonbons wie zu früheren Zeiten, sondern um allerlei Leckereien, die schnell in vielen bemalten Kindermündern verschwinden. Schokowaffeln, Kaustangen, Popkorn und Gummibärchen, aber auch Spielzeugobjekte wie Fußbälle und Plüschtiere sollen die ausgelassenen Narren beglücken.

Der Ursprung dieser süßen Karnevalstradition findet sich in der bevorstehenden Fastenzeit. Das überschwängliche Süßigkeitenverteilen zu Karneval soll die Narrenwelt noch einmal zum kraeftigen "Zulangen" verleiten, bevor man erst mal wieder auf so viel Süßes und die vielen Leckereien verzichten muss.

So sieht man nach den beendeten karnevalistischen Umzügen so manchen Narr mit mehreren prallgefüllten Plastiktüten und stolz, so viele leckere Naschereien auf einmal erhascht zu haben, zufrieden heimwärts ziehen.

Quelle: koelner-karneval.info, gutefrage.net
Bild: dev null (Flickr)

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