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Fasching, Karneval und Fastnacht: Auf in die Fastenzeit

Beim Wort 'Fasching' legt sich die Kölner Karnevalsstirn in Falten, im Schwabenland ist es wiederum der Ausdruck 'Karneval', der Kopfschütteln verursacht. Die Bezeichnungen für die fünfte Jahreszeit sind vielfältig und als unwissender Jeck kann man in viele sprachliche Fettnäppchen treten. Die einzelnen Wörter spiegeln einen tief sitzenden Lokalpatriotismus wider.

Doch eigentlich gehen die drei Begriffe Karneval, Fasching und Fastnacht alle auf die gleiche Tradition zurück und haben eine große Gemeinsamkeit: Alle läuten die aus der katholischen Tradition hervorgehende Fastenzeit ein und stellen somit eine Art von Schwellenveranstaltung dar. In Andenken an die Hungerzeit Christi verzichten viele Christen in den darauf folgenden Wochen bis Ostern auf alle Leckereien und Genussmittel wie Alkohol und Nikotin.

Um sich auf die karge Zeit vorzubereiten, wurde und wird vorab noch einmal kräftig gefeiert und alles sollte Kopf stehen. Die Tradition sah es vor, dass man laut singend und verkleidet durch die Straßen zog, um noch einmal richtig auf den Putz zu hauen.

Der Begriff Fastnacht wird bis heute hauptsächlich in Schwaben und in Baden gebraucht und bezeichnet ganz klassisch die 'Nacht vor dem Fasten'. Hingegen der Begriff 'Fasching' auf das altdeutsche Wort 'vastschanc' zurückgeht und vermehrt in Bayern und in Österreich in Gebrauch ist. 'Vastschanc' war traditonell das Getränk, das während des Festes vor der Fastenzeit ausgeschenkt wurde. Die Rheinländer – wie alle wissen – schwören auf ihren Karneval und folgen damit einer italienischen Tradition, denn das Wort Karneval geht auf den italienischen Auspruch 'Carne vale' zurück, was so viel heißt wie 'Fleisch, lebe wohl!'.

Quelle: suite101.de
Bild: Anton Raath (Flickr)

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